In diesem Monat stellt sich der Bezirk Elbe-Weser-Mündung vor und berichtet von seiner Geschichte in unserer Reihe "75 Jahre NWDSB".
Bezirksschützenverband Elbe-Weser-Mündung e.V.
Bezirksschützenverband Elbe-Weser-Mündung – Chronik zum 75-jährigen Jubiläum
Die Idee, die Schützenvereine und Schützengesellschaften im Raum Elbe-Weser unter einem gemeinsamen Dach zusammenzuführen, war keineswegs neu. Bereits am 24. und 25. Februar 1935 wurde ein Verband mit dem Namen „Kreis Elbe-Weser-Mündung“ gegründet. Dieser wurde dem für die Region zuständigen Landesverband „Gau Nordsee“ zugeordnet.
Zu den Gründervätern dieses ersten Zusammenschlusses gehörten W. Anders, S. Bahlsen und H. Hey aus Bremervörde sowie der Schützenbruder Ring aus Rotenburg. Damit wurde bereits Mitte der 1930er-Jahre ein Gedanke verwirklicht, der auch viele Jahre später noch Bestand haben sollte: die Schützenvereine der Region miteinander zu verbinden, ihre gemeinsamen Interessen zu vertreten und den Schießsport über die Grenzen des einzelnen Vereins hinaus zu fördern.
Doch die weitere Entwicklung wurde durch die politischen Ereignisse jener Zeit jäh unterbrochen. Der noch junge Kreis gehörte – wie zahlreiche andere Verbände, Vereine und Organisationen – dem Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen (NSRL) an. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde dieser und damit auch die ihm angeschlossenen Organisationen im Jahr 1945 durch den Alliierten Kontrollrat verboten. Die zuvor geschaffenen Strukturen bestanden damit nicht fort.
Es sollte einige Jahre dauern, bis die Idee eines überregionalen Zusammenschlusses wieder aufgegriffen wurde. Im Januar 1951 luden engagierte Schützenbrüder zur Gründung des Bezirksschützenverbandes Elbe-Weser-Mündung ein. Eine besondere Rolle spielte dabei erneut der Schützenbruder Heinrich Hey. Wie bereits bei der Gründung des Landesverbandes wenige Tage zuvor, war er auch bei der Entstehung des Bezirksschützenverbandes maßgeblich beteiligt.
Der Neubeginn war zunächst von überschaubaren Verhältnissen geprägt. Nur eine kleine Zahl von Schützenvereinen und Gesellschaften aus dem Raum Elbe-Weser schloss sich dem neu gegründeten Bezirk an. Doch der Schützenwesen entwickelte sich in den folgenden Jahren dynamisch. Die Mitgliederzahlen stiegen, immer mehr Vereine organisierten sich im Deutschen Schützenbund (DSB) und fanden damit zugleich ihren Platz im Bezirksschützenverband.
Mit der Gründung des Bezirksschützenverbandes entstand auch eine erste Untergliederung in Schützenkreise. Den Anfang machte der Schützenkreis Zeven, dem zunächst sechs Vereine angehörten. Die Aufteilung in Schützenkreise sollte es ermöglichen, die Arbeit vor Ort zu organisieren und gleichzeitig die Verbindung zum übergeordneten Bezirk zu stärken.
Ein weiterer wichtiger Schritt folgte im Jahr 1956 mit der Wiedergründung des Schützenkreises Bremervörde. Nach alten Unterlagen hatte dieser bereits seit 1934 bestanden. Auch die Vereine dieses Schützenkreises schlossen sich dem Bezirksschützenverband an und trugen damit zum weiteren Wachstum und zur Festigung der Verbandsstrukturen bei.
Im Jahr 1959 trat der Schützenkreis Land Hadeln, der bereits 1954 wiedergegründet worden war, geschlossen dem Bezirksschützenverband bei. Damit weitete sich das Verbandsgebiet weiter in Richtung Unterelbe aus. Eine besondere Entwicklung nahm im Jahr 1972 ihren Anfang: Aufgrund der besseren Verkehrsanbindung schloss sich der VfL Fosite Helgoland dem Schützenkreis Land Hadeln und damit zugleich dem Bezirksschützenverband an. Auch diese Verbindung zeigt, dass der Schützenverband schon früh über die unmittelbare Festlandregion hinauswirkte.
Im Raum Neuhaus–Lamstedt dauerte es bis zum Jahr 1966, ehe man sich entschloss, einen eigenen Schützenkreis unter dem Dach des Deutschen Schützenbundes zu gründen und damit ebenfalls dem Bezirksschützenverband beizutreten. So wuchs das Verbandsgebiet Schritt für Schritt weiter und erhielt zunehmend die Strukturen, die seine Arbeit bis heute prägen.
Eine weitere Veränderung erfolgte im Jahr 1973. Aus den Vereinen, die zuvor aus dem Schützenkreis Land Hadeln ausgeschieden waren, gründete sich der Schützenkreis Cuxhaven. Damit entstanden neue organisatorische Strukturen innerhalb des Bezirkes, die den Entwicklungen und Bedürfnissen der Mitgliedsvereine Rechnung trugen.
Viele Jahre später kam es erneut zu einer Neuordnung: Im Jahr 2011 bildete sich aus den Schützenkreisen Cuxhaven und Land Hadeln der neue Schützenkreis Unterelbe. Damit entstand eine Struktur, die bis heute Bestand hat.
Heute umfasst der Bezirksschützenverband Elbe-Weser-Mündung die vier Schützenkreise Bremervörde, Zeven, Neuhaus-Lamstedt und Unterelbe. Im Jubiläumsjahr 2026 gehören dem Bezirk insgesamt 94 Schützenvereine und Schützengesellschaften mit insgesamt 18.123 Mitgliedern an.
Damit verbindet der Bezirk heute eine große und vielfältige Gemeinschaft von Schützinnen und Schützen aus der gesamten Elbe-Weser-Region – getragen von der gemeinsamen Tradition, dem sportlichen Schießen und dem ehrenamtlichen Engagement in den Vereinen.
Die Geschichte des Bezirksschützenverbandes Elbe-Weser-Mündung ist eng mit zahlreichen Persönlichkeiten verbunden, die sich über Jahrzehnte hinweg weit über die Grenzen ihrer eigenen Vereine hinaus für das Schützenwesen engagierten.
Bereits in der Gründungszeit des Bezirkes sind Gerhard Müller vom Schützenverein Spreckens und Heinrich Hey von der Schützengesellschaft zu Bremervörde besonders hervorzuheben. Müller wurde zum ersten Präsidenten des Nordwestdeutschen Schützenbundes (NWDSB) gewählt. Hey war maßgeblich an dessen Gründung beteiligt und wurde zu einem der stellvertretenden Präsidenten gewählt.
Auch in den folgenden Jahrzehnten übernahmen Schützen aus dem Bezirk wichtige Aufgaben im NWDSB. Harry Richter vom Schützenverein Oese war über viele Jahre dessen Geschäftsführer. Jonny Otten vom Schützenverein Sandbostel war zunächst Landesjugendleiter und führte den NWDSB anschließend von 1997 bis 2019 als Präsident. Sein Nachfolger Frank Pingel war zuvor seit 2015 Vizepräsident und stand dem Landesverband von 2019 bis 2025 als Präsident vor.
Doch nicht nur die organisatorische Entwicklung gab dem Schützenwesen in der Region wichtige Impulse. Auch sportliche Erfolge rückten den Schießsport weit über die Grenzen der heimischen Vereine hinaus in den Blickpunkt.
Besonders hervorzuheben sind hierbei die Bremervörder Schützen Bernd Klingner und Peter Kohnke, die bei den Olympischen Spielen in Rom 1960 und in Mexiko 1968 sportliche Erfolge erzielen konnten. Ihre Leistungen waren nicht nur ein herausragender persönlicher Erfolg, sondern zugleich ein wichtiger Impuls für den Schießsport in der Region.
Das Wappen des Bezirksschützenverbandes Elbe-Weser-Mündung e.V.
Das Wappen des Bezirksschützenverbandes Elbe Weser-Mündung e.V. zeigt im Zentrum die Cuxhavener Kugelbake, das Wahrzeichen an der Elbmündung und steht als Symbol für Orientierung, Standhaftigkeit und Zusammenhalt. Umrahmt wird sie von einem goldenen Lorbeerkranz, der für Stärke, Beständigkeit und die lange Schützentradition steht. Die Zielscheibe am unteren Rand symbolisiert die gemeinsame Leidenschaft: Den Schießsport.
Das Präsidium des Bezirksschützenverbandes Elbe-Weser-Mündung e.V.

Von links nach rechts: 3. Präsident Sascha Denz, 2. Präsidentin Renate Viebrock, Jugendsportleiter Lars Busch, Sportleiterin Ute Siems, Stellvertretender Geschäftsführer Finanzen Tristan Ahlers, Geschäftsführerin Finanzen Liesa Michaelis, Schriftführer Heino Böttjer, Damensportleiterin Melanie Bockhorn, Präsident Thomas Brunken
Es fehlt: Stellvertretender Geschäftsführer Verwaltung Torsten Höpke
Die Präsidenten des Bezirksschützenverbandes Elbe-Weser-Mündung e.V.
1951 – 1956 Konrad Koch SG Bremervörde
1956 – 1969 Gerhard Müller SV Spreckens
1969 – 1975 Charles Ibisch Cuxhaven
1975 – 1976 Walter Tantzen SV Zeven
1976 – 1984 Kurt Bauda SG Gnarrenburg
1984 – 1986 Kurt Dembski Cuxhaven
1985 – 2004 Harry Richter SV Oese-Poggemühlen
2004 – 2006 Otto Wöhlert Cuxhaven
2006 – Heute Thomas Brunken SV Köstersweg
Bericht und Bilder: Bezirk Elbe-Weser