
In diesem Monat stellt sich der Bezirk Ostfriesland vor und berichtet von seiner Geschichte in unserer Reihe "75 Jahre NWDSB".
Der Ostfriesische Schützenbund
Bereits in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts waren Bestrebungen im Gange, die Schützenvereine Ostfrieslands zu einem Bund zusammenzuschließen.
Es waren das Schützencorps Emden und der Uplengener Schützenverein, die damals den Gedanken aufgegriffen haben, konnten aber einen Erfolg ihrer Bemühungen zunächst nicht erzielen.
Im Jahre 1906 wurde der Gedanke zur Gründung eines Ostfriesischen Schützenbundes wieder aufgegriffen Diese Gründung ist dann auch erfolgt. Es fand am 18.November 1906 in Emden eine Versammlung statt, zu der von den Vereinen Emden, Aurich, Uplengen, Leer, Wittmund und Wilhelmshaven Vertreter erschienen waren.
Esens hatte keine Vertreter entsandt, trat aber später dem Bund bei. Der Bund umfasste also sieben Vereine. Der Verein Esens trat im Jahre 1908 wieder aus.
Im gleichen Jahr trat der Verein Dornum bei. Im Jahre 1921 trat noch der Schützenbund Norden bei und erhöhte die Zahl der Mitgliedsvereine auf acht.
Erster Präsident des Bundes war der Vorsitzende des Emder Schützencorps, Zimmermeister Wiard Bruns, der im Jahre 1917 verstorben ist. Sein Nachfolger wurde Malermeister Heinrich Susemiehl, Emden.
Das Ostfriesische Bundesbanner wurde 1910 in Wilhelmshaven geweiht. Der Stolz der Ostfriesischen Schützen wurde in den Kriegswirren mit ihren Bombennächten in Emden durch Präsident Susemiehl gerettet.
Das Bundesbanner wurde einer Restaurierung unterzogen und wird jeweils beim Bundeschießen für fünf Jahre in die Obhut des Ausrichters gegeben. Infolge der politischen Lage trat ein gewisser Stillstand ein, der dann im Jahre 1934 zu einer zwangsweisen Auflösung des Bundes führte.
Nach den Kriegswirren hat der frühere Präsident Susemiehl die Vereine zu einer Widergründung des Ostfriesischen Schützenbundes nach Emden eingeladen.
Am 11. März 1951 trafen sich die Vorstände der Schützenvereine Aurich, Dornum, Emden, Esens, Leer, Norden, Uplengen und Wittmund im "Lindenhof" Emden um den "Ostfriesischen Schützenbund", in dem sie von 1906 bis 1934 zusammengeschlossen waren, wiederzugründen. Damit gingen lang gehegte und ersehnte Wünsche in Erfüllung.
Zum Präsidenten wurde einstimmig Heinrich Susemiehl, Emden, gewählt, der das Amt dann im Jahre 1954 infolge hohen Alters niederlegte.
Nachfolger wurde Engelke Kielmann, Emden, der am 5. August 1961 verstorben ist.
Sein Nachfolger wurde Martin Ulferts aus Aurich. Nach Vollendung seines 75. Lebensjahres verzichtete Präsident Ulferts auf eine weitere Amtsführung und wurde in der Bundesversammlung am 17.01.1978 von Heinz Park, Ostrhauderfehn, als Präsident abgelöst.
Nachdem Heinz Park 1987 aus persönlichen Gründen um seine Ablösung gebeten hatte, wurde Friederich Hartmann aus Leer am 13.01.1988 Präsident des Ostfriesischen Schützenbundes. Friedrich Hartmann verstarb im Jahre 1995.
Gerhard Dirks aus Moordorf wurde am 23.03.1996 sein Nachfolger. Er gehörte dem Präsidium bereits seit 1985 an.
Vom Schützenverein Neermoor wurde am 08. März 2014 Detlef Temmen zum 8. Präsidenten des Ostfriesischen Schützenbundes gewählt. Er gehört dem Präsidium bereits seit 2007 an.
Im Laufe der Jahre haben sich in vielen Orten Ostfrieslands neue Schützenvereine gebildet, die dem Ostfriesischen Schützenbund dann auch beigetreten sind. Die Zahl der Vereine und der Mitglieder ist dadurch bedeutend gestiegen.
Heute im Jahre 2026 umfasst der ostfriesische Schützenbund 92 Vereine mit 9.628 Mitgliedern.
Eine Untergliederung zwischen Bezirk und Vereinen bilden sieben eigenständige Kreisschützenverbände unterschiedlicher Größe.
Mit den Vereinsneugründungen entstanden die ersten Kreisschützenverbände im Ostfriesischen Schützenbund. Der Kreisschützenverband „Altes Amt Friedeburg“ wurde 1950 und der Kreisschützenverband Aurich 1951 gegründet. Es folgten die Gründungen der Kreisschützenverbände Bund der Overledinger Schützen, Norden und Leer sowie die Schießkreise Harle und Emden.
Im Turnus von fünf Jahren wurde im großen Rahmen ein Ostfriesisches Bundesschießen mit umfangreichen Schießwettbewerben ausgerichtet, das nach 2019 wegen fehlender Akzeptanz eingestellt wurde.
Heute wird das Bezirksbanner einem sich bewerbenden Verein in einer Feierstunde für 5 Jahre in Obhut gegeben.
Höhepunkt und Abschluss der jährlichen Schützenfestsaison in Ostfriesland ist der Bezirkskönigsball mit der Proklamation der neuen Bezirksmajestäten: Bezirkskönig mit 1. und 2. Ritter sowie die Bezirkskönigin mit ihren 1. und 2. Prinzessinnen.
Ein breit gefächertes Schießprogramm mit Meisterschaften, Kreisvergleichswettkämpfen, Kaderlehrgängen, Runden- und Ligawettkämpfen wird jährlich von der Bezirkssportleitung organisiert und ausgerichtet.
Zur Förderung der Jugendarbeit wird jährlich ein "Tag der Jugend" veranstaltet mit Mannschaftswettbewerben und dem Bezirksjugendkönigsschießen.
Die Aus- und Fortbildung der Sportleiter, die Waffensachkundelehrgänge und die JuBaLi- Lehrgänge werden von der Referentin mit den Dozenten durchgeführt.
Im Internet werden auf unserer Homepage www.osfi.de aktuelle Informationen, Termine und Wettkampfergebnisse zum Abruf für unsere Vereine bereitgehalten.

Das Präsidium des Ostfriesischen Schützenbundes